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Übersicht 2012

08.05.12:  Rückblick Bluesharp Night
03.04.12:  Rückblick Blues & Country Night
06.03.12:  Rückblick Philadelphia Jam Night
07.02.12:  Rückblick Boogie Night
10.01.12:  Rückblick One Man Band Night




08.05.12: Rückblick Bluesharp Night

Zum ersten Mal in unserer fünfjährigen Geschichte gab es eine Maiausgabe des Southside Jam. Normalerweise hätten wir uns schon in der Sommerpause befunden, aber da R.J. Mischo & the Backscratchers sich zur Zeit auf Europatour befanden, Montage in der Regel allerdings Offdays sind, wir alle Zeit hatten und auch die Pindoppbetreiber nichts dagegen hatten, wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, dem geneigten Publikum diese internationale Spitzenband zu präsentieren und mit ihr zu jammen. Schon unser Eröffnungsset war - von ein paar Ausreißern abgesehen - ungewöhnlich blueslastig (Pepe mit der John Mayer Nummer "Gonna Find another You" und dem Shuffle "Shotgun Wedding" und Marc mit Jimmie Vaughn“s Instrumental "Extra Jimmies"). Chrille sorgte mit Willie Nelson“s "Mammas don“t Let your Babies Grow up to be Cowboys" für eine kleine Prise Country, und Ecki bediente mit Curtis Mayfield“s "People Get Ready") die Soulabteilung, wobei das Publikum den Chorus dreistimmig (!!!) mitsang.

R.J. Mischo R.J. Mischo an Leadvocal... R.J. Mischo ...und Harmonica

Im zweiten Set zeigten unsere Gäste dann erst einmal, wo in Sachen Retroblues international die Lampe hängt. Das war lässig, staubtrocken und mit einer lockeren Coolness vorgetragen, wie man es nur selten sieht und hört. Die ausgezeichnete Band groovte wie ein Uhrwerk, spielte keinen Ton zuviel und gab ihrem Chef und Namensgeber den nötigen Raum zur Entfaltung. R.J. Mischo selbst servierte einen lupenreinen, brillanten Mundharmonikasound, der weder technisch noch geschmacklich irgendwelche Wünsche offen ließ. Gitarrist Jan Mohr sorgte dabei mit einem Gitarrensound so trocken wie der Wüstenwind für den solistischen Gegenpol. Als Gastmusiker kam später noch Pianist Niels van der Leyen dazu, der zum ersten Mal mit der Band spielte und sich nahtlos einfügte, als gehörte er schon immer dazu. Das war alles vom allerfeinsten, sodass ein paar Stammgäste meinten: "Wenn Blues, dann so!" Jawoll!

R.J. Mischo R.J. Mischo

Jan Mohr Gitarrist Jan Mohr

Die Pause war dann nur kurz, denn wir hatten ja noch einiges vor. Da die kleine Pindopp-Bühne - auch wenn man sich eng aneinander kuschelt - unmöglich Platz für neun Musiker plus entsprechende Instrumente und Verstärker bietet, entschlossen wir uns im dritten Set zu einem ständigen Wechsel im Line Up. So warfen sich zunächst Jan und Marc die Gitarrenlicks zu, dann sah man Chrille und R.J. (!) an den Sechssaitern. Ecki und Niels teilten sich den Posten am Piano (beim finalen Song wurde auch mal vierhändig zugelangt), und Pepe und Andreas "Böckchen" Bock vollzogen einen geschmeidigen Drummerwechsel während eines Songs. Einzige Konstante war Bassist Jaska Prepula, der seinen E-Bass wie einen Kontrabass zum Klingen brachte und sicher wie ein Fels in der Brandung für ein solides Fundament sorgte. Eine spontane und erstaunlich gelungene Harmonica Einlage gab dann noch der junge Hildesheimer Robin Grinz, der die Band im letzten Jahr auf Tour als Mixer begleitet hatte.

Jaska Prepula Bassist Jaska Prepula

Andreas Bock Drummer Andreas Bock

Niels von der Leyen Gastmusiker Niels von der Leyen

Marc Marc

Chrille & R.J. Chrille & R.J.

Robin Grinz Gastmusiker Robin Grinz

Pepe Pepe

Ecki, Niels, Andreas & Jaska Ecki, Niels, Andreas & Jaska

Und so wurde es eine richtig schöne, bunte und abwechslungsreiche Bluessession, ein würdiger Abschluss einer durchweg erfolgreichen, spannenden und harmonischen Southside Jam Staffel. Im Oktober geht es weiter, und wir haben schon einige sehr interessante Ideen für die Saison 2012/2013. Seid gespannt, kommt gut durch den Sommer und bleibt uns treu!

alle Fotos dieses Berichtes: Klaus-Dieter Sturmeit



03.04.12: Rückblick Blues & Country Night

Der Weltenbummler Peter Caulton war gestern zu Gast bei unserer Blues & Country Night. Peter ist seit über 20 Jahren als professioneller Vollzeitentertainer rund um den Globus unterwegs. Geboren in Neuseeland lebt der Gitarrist und Sänger nach Zwischenstationen in Australien, den USA, den Kanarischen Inseln und England seit einiger Zeit in Deutschland. Er hat 3 CDs veröffentlicht (von denen eine bei den 40.Grammy Verleihungen nominiert war), trat in Fernsehshows in Neuseeland, Australien, Deutschland, Dänemark und den USA auf, hatte seine eigene Radioshow und tourte u.a. mit der Little River Band, Emmylou Harris und Kenny Rogers durch Australien.

Nach unserem Eröffnungsset spielte Peter im prall gefüllten Pindopp Ausschnitte aus seinem Programm Ring of Fire, in welchem er der Country-Ikone Johnny Cash huldigt. Wie früher auch der "Man in Black" trat er dem fachkundigen Publikum nur mit Akustikgitarre bewaffnet entgegen und zog selbiges mit seiner markanten sonoren Stimme sofort in seinen Bann. Bei geschlossenen Augen konnte man wirklich meinen, das Original sei wieder auferstanden (und das kurz vor Ostern). Doch Peter präsentierte sich nicht als billiges Double, sondern erwies sich als eigenständiger, erfahrener Künstler mit eigenem Profil, der ohne Effekthascherei eine beseelte und respektvolle Performance darbot. Bei den letzten beiden Songs seines Solosets (Hurt, Falson Prison Blues) bat uns Peter dann sozusagen als Vorgeschmack auf die dritte Runde dazu. Das machte richtig Spaß, und sowohl die Zuschauer als auch wir selbst bekamen Lust auf mehr.

Peter Caulton
Peter Caulton spielte in seinem Soloset...

Peter Caulton
...Songs von Johhny Cash

Fast 50 Minuten dauerte dann das letzte Drittel. Es gab Westernswing įla Asleep at the Wheel (Bootscootin“ Boogie), Balladen (This Wounded House, the Highway Never Ends), Countryrock (Same Kinda Crazy like You, Between the Saddle and the Ground) und Rock“n“Roll (Lipstick, Powder and Paint). Das war abwechslungsreich, dynamisch und spannend, und wir nahmen alle Möglichkeiten zum freien Jammen war, ohne dabei allerdings die Struktur der Songs zu zerstören. Und dann waren selbst 50 Minuten ganz schnell vorbei. Schade eigentlich!

Peter Caulton und die SSJ Houseband Peter Caulton und die SSJ Houseband Marc Blues & Country Night Marc Ecki Blues & Country Night Ecki

Peter Caulton und die SSJ Houseband volles Haus im Pindopp

Foto zweite Reihe links: Martina Maschke
alle weiteren Fotos dieses Berichtes: Robby Ballhause


Peter Caulton und die SSJ Houseband Andächtiges Lauschen auch bei den Jüngsten



06.03.12: Rückblick Philadelphia Jam Night

Zum Philadelphia Jam hatten wir mit dem amerikanischen Gitarristen und Singer / Songwriter Joseph Parsons einen weiteren echten Hochkaräter zu Gast. Parsons ist seit einiger Zeit in Deutschland ansässig, stammt aber aus Philadelphia und dem Norden Louisianas und hat neben Songschreiben und Plattenaufnahmen den Großteil seines Lebens mit Reisen um die Erde verbracht. Zunächst eröffneten wir mit der Houseband den Abend wie gewohnt alleine mit einer Reihe bislang ungehörter Nummern. So präsentierte Pepe eine Cajun-Version des Dire Straights Klassikers "Walk of Life" und die unentdeckte Elvis-Perle "She“s not You". Marc sang den John Lennon Song "Jealous Guy", Chrille gab mit "Home of the Blues" von Johnny Cash einen Vorgeschmack auf den Southside Jam im April, und Ecki zollte mit dem Rocker "Rocket in my Pocket" seiner Lieblingsband NRBQ Tribut.

Joseph Parsons 3
Joseph Parsons...

Joseph Parsons 2
überzeugte in seinem Soloset...

Joseph Parsons 1
...mit wunderbaren eigenen Songs

Anschließend legte unser Gast Joseph Parsons nur mit Akustikgitarre ausgestattet ein blitzsauberes Soloset hin. Klasse Songs, und eine Performance mit höchster Intensität begeisterte alle Anwesenden und machte Appetit auf den abschließenden Set, in dem man gemeinsam Joseph“s Songs spielen würde.

Joseph Parsons und die SSJ Houseband
Joseph Parsons und die SSJ Houseband
Joseph Parsons und Marc
Joseph Parsons mit Marc

Joseph Parsons und Pepe
Joseph Parsons und Pepe
Joseph Parsons mit Ecki und Chrille
Joseph Parsons mit Ecki und Chrille

Dancing Girls
Es wurde sogar getanzt (Fuchs & Patsy)

alle Fotos dieses Berichtes: Martina Maschke


Eigentlich hatten wir Joseph bereits vor einem Jahr zum Southside Jam eingeladen. Leider war ihm damals eine Tour dazwischen gekommen, und es war nicht sicher, ob ihm sein Tourkalender die Teilnahme in diesem Jahr erlauben würde. Umso schöner, daß es jetzt beim zweiten Anlauf doch noch geklappt hatte. Und es wurde wie erhofft ein echtes weiteres Highlight in unserer kleinen Jamreihe. Das lag zum einen an den hervorragenden Songs, die Joseph mitgebracht hatte, zum anderen an der Harmonie, mit der man die Songs gemeinsam zum Klingen brachte. Es war, als hätten wir schon ewig miteinander gespielt. Musikalisch war vom groovigen Midtempo Rocksong ("Crocodile") über sphärische Klänge ("Shine") und das optimistisch swingende "Sun Gonna Shine" bis zum lyrischen "Roman and Michael" alles dabei, was das "Americana-Herz" verlangte. Zum Abschluß gab es mit "Spiritual" auch noch etwas Laidback Blues als Abrundung der Palette. Schade daß es so schnell schon wieder vorbei war. Das fanden wohl auch die Zuschauer: Anhaltende Ovationen zeigten, daß wir mit der Auswahl unseres Gastes mal wieder ein goldenes Händchen gehabt hatten.



07.02.12: Rückblick Boogie Night

Kontrapunktisch zu den eisigen Temperaturen luden wir zu einer heißen Boogienight, bei der wir den georgischen Pianisten und Harpspieler Vito mit seiner Magic Boogie Show zu Gast hatten. Im Gegensatz zu den bisherigen Southside Jams war es dieses Mal relativ locker gefüllt (wahrscheinlich aufgrund der bereits erwähnten Kälte), was die anwesenden Gäste allerdings als sehr angenehm empfanden, sodaß einige die ungewohnte Platzfreiheit zu dem einen oder anderen Tänzchen nutzten.

Bevor Vito und sein Bassist und Sänger Mickey Keller mit ihrer Boogie Show begannen, eröffneten wir den Abend mit der Southside Jam Houseband kontrastreich mit einem eher countrylastigen Set (Loveletters, From a Jack to a King, Little Liza Jane, Permanently lonely, All you ever do is bring me down). Nach einer viertelstündigen Pause gab es dann für etwa 40 Minuten Boogie Woogie, Jive und Rock“n“Roll von zwei Meistern ihres Fachs. Boogieman Vito bearbeitete nicht nur virtuos seine 88 Tasten, sondern sorgte mit seiner selbstentworfenen Hi-Hat-Konstruktion zusätzlich für den richtigen Groove. Nebenbei bewies er auch noch sein Können an der Bluesharp. Da gab es nicht nur eine Menge zu hören, sondern auch zu sehen. Sein Begleiter Mickey zeigte sich nicht nur als versierter Bassist mit dem nötigen Drive, sondern wußte auch als stilsicherer Sänger zu überzeugen. Daß bei beiden Künstlern vom 50er Jahre Mikro bis zum pinkfarbenen Dinnerjacket auch visuell alles stimmte, soll nicht unerwähnt bleiben. So erlebten wir eine Magic Boogie Show, die ihren Namen wirklich verdiente.

Vito und Mickey
Vito und Mickey und ihre Magic Boogie Show

Im dritten Set tummelten wir uns dann teilweise zu sechst auf der kleinen Pindoppbühne. Marc und Chrille wechselten sich an der Gitarre ab, Marc griff bisweilen zur Bluesharp, Vito und Ecki lieferten sich Duelle an zwei Pianos, und Mickey und Pepe sorgten für ein groovendes Rythmusfundament. Das war rau, laut und heftig, wie es sich für Rock“n“Roll und Boogie gehört.

Magic Boogie Show und die SSJ Houseband
Die Magic Boogie Show mal mit Chrille...
Magic Boogie Show und die SSJ Houseband
...und mal mit Marc an der Gitarre

Magic Boogie Show und die SSJ Houseband
Vito, Mickey und die Houseband rocken das Pindopp

Magic Boogie Show und die SSJ Houseband
Vito und die Band

Das Publikum honorierte es mit reichlich Applaus, sodaß trotz abgelaufener Zeit mit "Great Balls of Fire" sogar noch eine Zugabe gegeben wurde, was beim Southside Jam eigentlich nicht üblich ist. Danach war Schluß, und wir entließen uns und die Gäste in die kalte Winternacht. Schön war“s!




alle Fotos dieses Berichtes: Martina "Fuchs" Maschke



10.01.12: Rückblick One Man Band Night

Zum Jahresbeginn hatten wir mit der "One Band" Kuersche nicht nur einen originellen und charismatischen Entertainer zu Gast, sondern zugleich einen exzellenten Songwriter. Und als solcher hat er bereits einige Erfolge vorzuweisen: Diverse CD-Veröffentlichungen, mehr als 1000 Konzerte sowohl als Headliner als auch Support u.a. für Fanta-4, Nena, Paul Carrack, Runrig, Ronan Keating und Bob Geldof. Roger Cicero Pianist Lutz Krajenski spielte für ihn die Piano-Edition seines Albums "Chinese Firecrackers" ein, und Teile der Erfolgsband Fury In The Slaughterhouse spielten in seiner Tourband, dokumentiert auf dem Live-Mitschnitt "Kuersche feat. Members of Fury in the Slaughterhouse LIVE".

Nach unserer Introrunde ("Nobody knows you" von Marc, Chrille mit "Above these Wheels", "Such a night" von Ecki und Pepe mit einem traurigen Slowblues sowie dem Roy Head Klassiker aus dem Jahre 1964 "Treat her right") gab es zunächst einmal für eine gute halbe Stunde "Kuersche pur". Seine irgendwo zwischen Britpop und Grunge angelegten, kantigen Songs standen in einem wunderbaren Kontrast zu unserem eher traditionellen, amerikanischen Sound. Zur Akustikgitarre sang er eine Reihe eigener Songs sowie ein paar originelle Cover, so u.a. "Suburbia" von den Pet Shop Boys, das ganze höchst unterhaltsam angereichert mit herrlich "verstrahlten" Ansagen.

Die dritte Runde wurde mit der Pianoballade "Tried to call" eröffnet, und danach trafen die beiden so unterschiedlichen musikalischen Welten aufeinander und vermischten sich im Laufe der dritten Runde zu einer originellen, aber dennoch homogenen Melange.

Kuersche und SSJ Houseband
Kuersche jammt mit der SSJ Houseband

Kuersche schien es sichtlich zu geniessen, seine Songs einmal ganz anders erklingen zu hören, und wir hatten großes Vergnügen daran, uns von Kuersche in seine musikalische Welt entführen zu lassen. Daß da etwas ganz Besonderes im Gange war, spürten auch die Zuschauer, und honorierten dieses mehr als geglückte musikalische Experiment mit viel Applaus. Schade, daß wir, da wir schon zehn Minuten überzogen hatten, nicht mehr dazu kamen, den Pearl Jam Hit "Rearview Mirror" zu spielen. Dieser "Southside Pearl Jam" wäre sicherlich spannend geworden. Und so beschlossen wir diesen besonderen Abend mit der schönen Erkenntnis, daß Musik keine Grenzen kennt und es wieder einmal gelungen ist, uns Menschen miteinander zu verbinden. So soll“s sein.

Kuersche Solo
Kuersche solo...
Kuersche und SSJ Houseband
...mit der SSJ Houseband

Kuersche und Ecki
Kuersche alleine zum Piano...
Kuersche in Ekstase
...und in Ekstase

alle Fotos dieses Berichtes: Robby Ballhause